Baurechtliche Verordnungen und Forderungen legen fest, in welchen Objekten sicherheitstechnische Anlagen, wie bspw. Brandmeldeanlagen, verbaut werden müssen. Darüber hinaus existieren je nach Branche Sonderbauverordnungen, die zu beachten sind. Diese sind im Allgemeinen:

  • Muster-Versammlungsstättenverordnung (VStättVO)
  • Muster-Beherbergungsstättenverordnung (M-BeVO) für Pensionen und Hotels
  • Muster-Schulbau-Richtlinie (MSchulbauR)
  • Muster-Hochhaus-Richtlinie (MHHR)
  • Muster-Holzbaurichtlinie (M-HFHolzR))
  • Muster-Industriebaurichtlinie (M IndBauRL)
  • Muster-Verkaufsstättenverordnung)
  • Verordnungen und Richtlinien für Krankenhäuser sowie Alten- und Pflegeheime
    • Muster-Krankenhausbauverordnung (MKhBauVo)
  • Garagenverordnung

Brandschutz im Hotel

Der Brandschutz eines Hotels, einer Pension und sonstigen Herberge richtet sich nach der Bauart sowie der Ausstattung des Gebäudes. Grundlage bildet die Landesbauordnung sowie die branchenspezifische Sonderbauordnung für Beherbergungsstätten.


Letztere wird von den Bundesländern teilweise unterschiedlich definiert. Einige wenige Bundesländer (Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz) verzichten auch darauf.

Befindet sich das Hotel in einem Hochhaus, greift darüber hinaus die Muster-Hochhaus-Richtlinie (MHHR). Bei Hotels in historischen Gebäuden kann die Muster-Holzbaurichtlinie (M-HFHolzR) ebenfalls Relevanz erlangen. Verfügt die Hotelanlage über Veranstaltungsräume oder Restaurants, die mehr als 200 Besucher fassen, ist auch die Muster-Versammlungsstättenverordnung (VStättVO) zu berücksichtigen.

Die Sicherheit der Hotelgäste ist das wichtigste Ziel aller Brandschutzmaßnahmen.

Folgende Kriterien sind besonders zu beachten:

Brandschutz in Krankenhäusern / Alten- und Pflegeheimen

Im Falle eines Brandes ist die Evakuierung eines Krankenhauses eine besondere Herausforderung. Neben der frühzeitigen Branderkennung zum Schutz von Menschenleben, muss das Alarmsystem unterschiedlichsten Situationen, z. B. laufenden Operationen, gerecht werden. Eine unnötige Evakuierung von Schwerkranken ist unbedingt zu vermeiden. Gebäude und Räume mit erhöhtem Brandrisiko, wie bspw. Labore, benötigen besonderes Augenmerk.

Für Sonderbauten, wie Krankenhäuser, Kliniken sowie Alten- und Pflegeheime sind Brandschutzkonzepte zwingend erforderlich. Die Bauverordnungen unterscheiden sich je nach Bundesland. Als Empfehlung und Leitlinie für die einzelnen Länder dient hierbei die Muster-Krankenhausbauverordnung (MKhBauVo). Eine einheitliche Krankenhausbauverordnung, die dieser entspricht gibt es bislang in folgenden Bundesländern: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

Bei Krankenhäusern und Kliniken handelt es sich um Gebäude mit einer technisch komplexen Infrastruktur. Lebenserhaltene Maßnahmen müssen auch im Ernstfall funktionieren. Für den optimalen Informationsfluss muss die Brandmeldeanlage mit anderen Systemen, wie bspw. der Schwesternrufanlage oder der Zutrittskontrollanlage gekoppelt werden.

Informationen zum Brandort sollten nicht nur in der Brandmeldezentrale visualisiert werden, sondern auch in den Schwesternzimmern der einzelnen Stationen. Dies ermöglicht eine gezielte und unmittelbare Reaktion. Warnmeldungen und Durchsagen sollten idealerweise mehrsprachig erfolgen.

Folgende Kriterien sind besonders zu beachten:

Brandschutz in Kitas, Schulen und Hochschulen

Die unterschiedliche Raumnutzung in Kitas und Schulen stellt den Brandschutz vor besondere Herausforderungen. Die Ausstattung von Kitas und Schulen mit Küchen, Kantinen, PC-Pools, Schlaf- und Aufenthaltsräumen im Rahmen der Ganztagsbetreuung bringt besondere Anforderungen mit sich. Im Gegensatz zu Schulen existiert für Kitas keine bundesweit gültige Musterbauvorschrift.

Der bauliche Brandschutz von Schulen wird in der Muster-Schulbau-Richtlinie (MSchulbauR) geregelt, die von den Bundesländern jedoch in unterschiedlichem Maße übernommen wird. Sie regelt u. a. die Signalgebung im Alarmfall, da sich diese eindeutig vom Pausensignal abheben muss. In Werk- und Spielräumen muss der Alarmpegel deutlich über dem allgemeinen Lärmpegel liegen etc.

Ist eine Aula für mehr als 200 Personen vorhanden, so greift zusätzlich die Muster-Versammlungsstättenverordnung (VStättVO). Aufgrund der angespannten Finanzlage in den Ländern sowie fehlender bundesweit gültiger Brandschutzvorgaben, fehlt es insbesondere in Kitas oftmals an elementaren Brandschutzmaßnahmen.

Selbst Erwachsenen fällt es im Alarmfall schwer, richtig zu reagieren. Kleinkinder und Schüler sind vor noch größere Herausforderungen gestellt, um im Brandfall nicht in Panik zu geraten. Aus diesem Grund sind eindeutige Alarmierungssysteme mit gezielten Handlungsaufforderungen in Kitas, Schulen und Hochschulen erforderlich.

Folgende Kriterien sind besonders zu beachten:

Brandschutz in Einkaufszentren

Der Schwerpunkt eines Brandschutzkonzeptes für Einkaufszentren ist die effektive und effiziente Evakuierung großer Menschenmassen. Große Einkaufspassagen und Möbelhäuser können an Spitzentagen Besucher im fünfstelligen Bereich verzeichnen, die es im Falle eines Brandes zu evakuieren gilt.

Darüber hinaus erhöht die vielfältige Nutzung der Gebäude die Brandschutzanforderungen. Zum einen gibt es Läden mit einer breiten Angebotspalette an Waren, die unterschiedliche Brandrisiken aufweisen. Zum anderen verfügen die Gebäude im Regelfall auch über Küchen im Rahmen der Gastronomie, Parkdecks und Tiefgaragen, Büroräume, Arztpraxen und Wohnungen.

Einkaufszentren, Supermärkte, Möbelhäuser und andere Verkaufsstätten mit einer Fläche (Verkaufsräume und Ladenstraße) von mehr als 2.000qm fallen gemäß der Musterbauverordnung in die Kategorie „bauliche Anlagen und Räume besonderer Art und Nutzung“ und unterliegen daher der Muster-Verkaufsstättenverordnung. Die Auslegung dieser erfolgt je nach Bundesland unterschiedlich. Zusätzlich integrierte Einrichtungen, wie Arztpraxen oder Garagen fallen unter eine zusätzliche Sonderbauverordnung.

Um die verkaufsfördernde Atmosphäre von Einkaufspassgen und Möbelhäusern zu erhalten, sollten brandschutztechnische Einrichtungen möglichst unsichtbar für den Kunden installiert werden.

Folgende Kriterien sind besonders zu beachten:

Brandschutz in der Industrie

Im industriellen Bau richten sich die unterschiedlichen Brandrisiken nach der Funktion des jeweiligen Gebäudekomplexes. Neben Produktionsanlagen, deren Maschinen ein hohes Maß an Wärme erzeugen können, sind Gefahrgutlager aber auch Mischbauten, welche z. B. Kantinen, Aufenthalts-, Umkleide-, und Waschräume beinhalten, zu beachten. Hier sind oft Sonderbrandmelder notwendig, um den unterschiedlichen Umgebungen gerecht zu werden.

Stetige Veränderungen in Produktionsprozessen ziehen oftmals Maschinenverlagerungen und damit einhergehende bauliche Maßnahmen nach sich. Diese Umbauten und Erweiterungen schaffen ständig neue Voraussetzungen an den Brandschutz und erfordern ein hohes Maß an Flexibilität.

Gebäude oder Gebäudeteile im Bereich der Industrie und des Gewerbes, die der Produktion oder der Lagerung von Produkten und Gütern dienen, unterliegen der Muster-Industriebaurichtlinie (M IndBauRL). Unter „Produktion“ wird hierbei die Herstellung, Behandlung, Verwertung und Verteilung von Gütern verstanden. Industrielle Anlagen, die lediglich der Aufstellung technischer Anlagen dienen oder Bauten, die überwiegend offen sind, fallen nicht unter die Industriebaurichtlinie. Ausgenommen sind auch Hochregallager mit Lagerguthöhen von mehr als 9m Höhe (Oberkante).

Bei historischen Gebäuden kann auch die Muster-Holzbaurichtlinie (M-HFHolzR) Einfluss auf die brandschutztechnische Planung nehmen.

Neben umfänglichen Sach- oder gar Personenschäden kann der Brand in einem Industriebetrieb auch lange Produktionsausfälle zur Folge haben. Der Brandschutz in Industriebauten und hohen Hallen stellt besondere Anforderungen an die Sensorik einer Brandmeldeanlage. Löschschäden können möglichst gering gehalten werden, wenn Brände frühzeitig erkannt werden.

Folgende Kriterien sind besonders zu beachten: